Inflationsängste und Notenbanken geben Dax die Richtung vor


Vor diesem Inflationshintergrund verwundert es nicht, dass der Dax allein am Freitag um gut drei Prozent unter die Marke von 13 800 Punkten absackte. Er droht dauerhaft in den Abwärtstrendkanal zu fallen, der von Januar bis Ende Mai Bestand hatte. Ein solcher Test eines alten Abwärtstrends ist allerdings keine Seltenheit und – zumindest mit Blick auf die Charttechnik – noch kein eindeutiges Signal für weitere Kursverluste.

Und auch die Europäische Zentralbank steht unter Druck, etwas gegen die Teuerung zu tun. Später als andere wichtige Notenbanken hatte die EZB auf die rekordhohe Inflation reagiert und für Juli die erste Leitzinsanhebung im Euroraum seit elf Jahren avisiert. Den Aktienmarkt interessiert aber vor allem das Tempo der geldpolitischen Straffungsmaßnahmen, die gerade risikoreichen Anlageklassen zusetzen.

Die Zinsen steigen, sichere Anlagen wie Festgeld werden damit wieder ein Thema. Die vorerst noch mickrigen Renditen sind für Anleger aber nur ein schwacher Trost. Die hohe Inflation frisst diese Einnahmen auf.

Neben dem Handeln der US-Währungshüter kommt in der neuen Woche auch den Einzelhandelsumsätzen in China und den USA für den Monat Mai Bedeutung zu. Sie werden zur Wochenmitte veröffentlicht und können Aufschluss darüber geben, inwieweit die stark steigenden Preise die Konsumlaune der Verbraucher bereits dämpft. In Deutschland steht mit den ZEW-Konjunkturerwartungen einer der ersten Frühindikatoren für den Monat Juni am Dienstag im Kalender. “Inzwischen scheint die Zuversicht wieder zuzunehmen, wohl auch weil bisher Risikoszenarien wie ein vollständiger Stopp der russischen Energielieferungen ausgeblieben sind”, schrieb Commerzbank-Experte Balz.

Für Bewegung am Aktienmarkt wird dann am Freitag wohl auch der große Verfallstag an den Börsen sorgen. Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen laufen dann aus. Vom “großen Verfall” oder auch “vierfachen Verfall” sprechen Börsianer dann, wenn Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien am selben Tag verfallen. Zu diesen Terminen können Aktienkurse und Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten spürbar schwanken. Hinter diesen Bewegungen stehen Marktteilnehmer, deren Frist zur Verwirklichung ihrer Derivategeschäfte abläuft. Vor allem größere Fonds- oder Vermögensverwalter versuchen vorher die aktuellen Kurse in Richtung jener Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind./ajx/ag/mis
— Von Achim Jüngling, dpa-AFX —



Source link

Denial of responsibility! insideheadline is an automatic aggregator around the global media. All the content are available free on Internet. We have just arranged it in one platform for educational purpose only. In each content, the hyperlink to the primary source is specified. All trademarks belong to their rightful owners, all materials to their authors. If you are the owner of the content and do not want us to publish your materials on our website, please contact us by email – [email protected]. The content will be deleted within 24 hours.

Leave A Reply

Your email address will not be published.