Ralf Rangnick als Nationaltrainer Österreichs? “Wie für ihn gemacht”


Wohl auch aufgrund solcher Kritiken verzichtete Rangnick auf seine verabredete Beraterrolle bei den “Red Devils” und konzentriert sich nun voll und ganz auf den Cheftrainerjob in Österreich. Eine Position, die – bleibt man bei Cox’ Analyse – dem Schwaben deutlich mehr zusagen sollte.

Rangnick trifft auf Spieler, die nach seinem Stil ausgebildet wurden

Als Nationaltrainer wird Rangnick Wochen, sogar Monate Zeit haben, um sein Spielermaterial scouten und analysieren zu können. Dies wird ihm Gelegenheit geben, seinem Team maßgeschneiderte Matchpläne und Alternativen für die wenigen gemeinsamen Auftritte aufzuzeigen.

Rangnick mag sich in Manchester als Vereinscoach entzaubert haben, sein Selbstverständnis, Trainer eines Weltklasseklubs sein zu können, mag in sich zusammengebrochen sein. Das alles bedeutet jedoch nicht, dass seine Ära in Österreich schon vor dem ersten Anpfiff verdammt ist. Dafür dürfte ihm die Mannschaft zu sehr liegen.

Ralf Rangnick (re.): In seinen ersten Trainingseinheiten führte der neue Nationalcoach viele Gespräche, etwa mit Stuttgart-Stürmer Sasa Kalajdzic. (Quelle: Gepa Pictures/imago-images-bilder)

In Österreich findet Rangnick eine junge, dynamische Truppe vor. Sein erster 25-Mann-Kader hat einen Altersdurchschnitt von 26,7 Jahren. Gestandene Profis also, die jedoch auch noch deutliches Entwicklungspotenzial bieten. Zudem kann er gleich auf eine Reihe von Zöglingen der Red-Bull-Kaderschule zurückgreifen.

Maximilian Wöber, Valentino Lazaro, Stefan Lainer, Xaver Schlager, Konrad Laimer, Marcel Sabitzer, Nicolas Seiwald, Hannes Wolf: Sie alle spielen oder spielten bei Red Bull Salzburg, einige zudem bei RB Leipzig, in einem System, das Rangnick in verschiedensten verantwortungsvollen Rollen in den Bullen-Klubs implementiert hat. Salopp gesagt hat er als Nationaltrainer über ein halbes Dutzend potenzieller Stammspieler zur Verfügung, die seine Philosophie mit der fußballerischen Muttermilch aufgesogen haben. Gerade den emsigen Lochstopfern Sabitzer und Laimer könnte in Rangnicks laufintensivem System eine zentrale Rolle zufallen.

Spannend wird derweil zu sehen sein, wie sich Rangnick mit Platzhirschen wie Marko Arnautovic und David Alaba zurechtfindet. Mit der Nicht-Berücksichtigung des 100-fachen Nationalspielers und bisherigen Co-Kapitäns Aleksandar Dragovic hat er zumindest personell ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. “Ein Schock” sei die Entscheidung gegen ihn gewesen, erklärte der frühere Leverkusener. “Tut mir schon weh”, bedauerte Arnautovic die Ausbootung des 31-Jährigen.

Auch aufgrund dieser kontroversen Entscheidung gilt: Rangnick mag in Österreich auf dem Papier mehr Zeit für die Ausarbeitung der Theorie haben als in Manchester. Doch wenn die Praxis auch in der Alpenrepublik nicht stimmt, die Ergebnisse ausbleiben – sprich, die sichere Qualifikation für die EM 2024 – und er die Mannschaft nicht geschlossen hinter sich weiß, könnte seine Trainerkarriere auf der harten Bank des Ernst-Happel-Stadions ganz schnell beendet werden.



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