Was das für den Verbraucher in Deutschland bedeutet


Beide Länder sind wie auch Ungarn, Tschechien und die Slowakei an die einzige aus Russland kommende Pipeline angeschlossen. Bislang kommt ein Drittel der russischen Ölimporte über die “Druschba”, zwei Drittel werden über den Seeweg transportiert. Für die müssen nun noch Alternativen gesucht werden.

Welche Folgen hat das Ölembargo für die Ölpreise?

Sie stiegen am Dienstagmorgen – und zwar deutlich, auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Das Nordseeöl Brent zog um bis zu 1,6 Prozent auf 123,58 Dollar je Barrel (159 Liter) an. Das US-Öl WTI verteuerte sich um zeitweise 3,4 Prozent auf 118,97 Dollar je Fass.

Experten schätzen, dass die Ölpreise die nächsten Tage und Woche noch weiter steigen könnten. Auch Ökonom Thilo Schaefer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht das so. “Aktuell sprechen einige Faktoren für einen weiter anziehenden Ölpreis”, sagte er t-online.

Thilo Schaefer: Der Ökonom leitet das Kompetenzfeld Umwelt, Energie, Infrastruktur am IW Köln. (Quelle: IW Köln)

Damit meint er neben dem Ölembargo der EU auch eine steigende Nachfrage aus China, das Lockerungen seiner Null-Covid-Politik in Aussicht gestellt hat. “Das Ölembargo verknappt das Angebot und steigert die Kosten, etwa weil Öl jetzt teuer verschifft werden muss”, sagt Schaefer. “Das trifft auf eine höhere Ölnachfrage, was den Preis treiben könnte.”

Allerdings sei es unmöglich, genau zu prognostizieren, wie sich der Ölmarkt tatsächlich entwickelt. “Das ist ein Blick in die Glaskugel”, so Schaefer. Bei steigenden Ölpreisen müssen aber auch Verbraucher mit höheren Tankpreisen rechnen (siehe unten).

Was heißt das Ölembargo für Deutschland?

Das Teil-Ölembargo halten Experten für verkraftbar, auch wenn die Preise für das Öl nun steigen könnten (siehe oben). Risiken sehen Experten vor allem für Ostdeutschland.

Hier versorgt die “Druschba”-Leitung bislang die großen ostdeutschen Raffinerien in Schwedt und Leuna. Letztere steht in Sachsen-Anhalt und wird von Total betrieben, der Konzern hat bereits angekündigt, bis Ende des Jahres auf russisches Öl verzichten zu wollen.

Aus Schwedt kommt Kerosin für den Hauptstadt-Airport

Im brandenburgischen Schwedt hingegen sieht es anders aus. Die Raffinerie gehört dem russischen Konzern Rosneft. Von dort werden große Teile Ostdeutschlands mit Ölprodukten versorgt, die Raffinerie ist der wichtigste Lieferant für Benzin, Diesel und Heizöl im Raum Berlin-Brandenburg.

Auch Kerosin für die Flugzeuge des Hauptstadt-Flughafens BER kommt aus dieser Raffinerie. Mehr dazu lesen Sie hier. Laut der Gewerkschaft IG BCE arbeiten rund 1.200 Menschen in der Rosneft-Raffinerie, hinzu kommen mehrere hundert Arbeitsplätze bei Zulieferern.

Die Bürgermeisterin von Schwedt, Annekathrin Hoppe, hält die Ausnahmeregelungen des Ölembargos daher für sinnvoll. “Solange das Öl zu uns kommt, solange wir das russische Öl verarbeiten dürfen hier in Schwedt, ändert sich nichts, und noch läuft alles”, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk.



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