Was die Alarmstufe für Verbraucher bedeutet – “Wird unangenehm”



Russland streitet ab, dass die Lieferungen aus politischen Gründen gedrosselt wurden. Stattdessen gebe es Verzögerungen bei Reparaturarbeiten, weil eine Turbine im Ausland feststecke. Doch Habeck sieht in diesen Erklärungen lediglich Vorwände und warf Kremlchef Wladimir Putin unlängst einen “ökonomischen Angriff” vor.

Und weitere Einschränkungen sind bereits absehbar: Eine geplante Wartung der Pipeline Nord Stream 1 wird ab dem 11. Juli die Gaszufuhr für 10 Tage einschränken. Ein weiterer Faktor: Mit der Alarmstufe ebnet der Bund auch den Weg dafür, Kohlekraftwerke zur Verstromung einzusetzen und so Gas zu sparen (siehe unten).

Was beinhaltet die zweite Stufe?

In der sogenannten Alarmstufe kümmern sich die Versorger noch in Eigenregie um eine Entspannung der Lage. Das geschieht beispielsweise durch einen Rückgriff auf ihre Gasspeicher, den Kauf von Erdgas aus alternativen Lieferquellen oder die Verschiebung von Erdgas innerhalb der überregionalen Pipeline-Netze. Doch die Alarmstufe ist die Vorstufe einer Notsituation, die verhindert werden soll.

Durch die im Mai beschlossene Preisanpassungsklausel, im Energiesicherungsgesetz eingefügt, ist es Versorgern erlaubt, hohe Einkaufspreise für Erdgas auch bei langfristigen Verträgen direkt an ihre Kunden weiterzureichen (siehe unten). “Alle hiervon betroffenen Energieversorgungsunternehmen entlang der Lieferkette (haben) das Recht, ihre Gaspreise gegenüber ihren Kunden auf ein angemessenes Niveau anzupassen”, heißt es in Paragraf 24.

Voraussetzung dafür ist nämlich das Ausrufen der Alarmstufe. Doch es gibt noch eine weitere Bedingung: Die Bundesnetzagentur muss dafür – zusätzlich zur Alarmstufe – förmlich “eine erhebliche Reduzierung der Gesamtgasimportmengen” feststellen. Dabei geht es also nicht nur darum, wie viel Gas durch die Ostsee-Pipeline fließt. Die Bundesnetzagentur wird dies aber zunächst nicht tun, wie Habeck auf der Pressekonferenz sagte.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Nichts Gutes. Die Gaspreise für Verbraucher dürften drastisch steigen – vorausgesetzt, die Preisanpassungsklausel greift (siehe oben). Laut Jens Südekum, Regierungsberater und Ökonom an der Uni Düsseldorf, werde das aber “nicht mehr lange dauern”. “Dann dürfen die Versorger auch langfristige Verträge anpassen und die höheren Kosten durchreichen. Es drohen dann massive Anstiege der Endkundenpreise”, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

“Analysten rechnen mit einer Vervierfachung bis Versechsfachung”, so Südekum. “Das wären heftigste Preisschübe, auf die wir uns einstellen müssen. Die Inflation würde nochmals spürbar nach oben gehen.”

Laut dem Vergleichsportal Verivox haben die Grundversorger für Juni, Juli und August bereits insgesamt 150 Tariferhöhungen der Gaspreise angekündigt – um durchschnittlich 35 Prozent, was bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (vierköpfige Familie) Mehrkosten von 635 Euro pro Jahr entspräche. Und Verivox rechnet mit einer “größeren Preiserhöhungswelle” spätestens im Herbst, heißt es. Auch Preiserhöhungen von deutlich mehr als 35 Prozent seien möglich.

Verbraucherschützer: “Es wird unangenehm”

Auch Verbraucherschützer schlagen jetzt Alarm. “Es wird unangenehm für die Deutschen”, sagte Udo Sieverding, Bereichsleiter Energie bei der Verbraucherzentrale NRW, im Gespräch mit t-online. Die Deutschen müssten sich auf deutlich höhere Preise einstellen, wenn die Preisanpassungsklausel greift, auch für Strom (mehr dazu lesen Sie hier). Er rät Verbrauchern daher, schon jetzt Geld auf die Seite zu legen, wo das möglich ist – und fordert ein weiteres Entlastungspaket.



Source link

Denial of responsibility! insideheadline is an automatic aggregator around the global media. All the content are available free on Internet. We have just arranged it in one platform for educational purpose only. In each content, the hyperlink to the primary source is specified. All trademarks belong to their rightful owners, all materials to their authors. If you are the owner of the content and do not want us to publish your materials on our website, please contact us by email – [email protected]. The content will be deleted within 24 hours.

Leave A Reply

Your email address will not be published.